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Heinrich Steinfest: Der schlaflose Cheng

 

 

 

So wunderbar eigenwillig wie ihr Protagonist sind auch die Krimis von Heinrich Steinfest, freut sich Kai Spanke: verlässlich knapp an der gängigen Formulierung und kühn am Klischee vorbei, voller Extravaganz und Skurrilität, dabei aber ohne possierliche Provinzialität erzählt der Autor in diesem fünften Band um den einarmigen Ermittler Markus Cheng von einem Mord im Filmmilieu und Chengs Recherche in Wien, Frankfurt, London und Island, referiert der Rezensent. Wobei „Recherche“ nicht ganz der passende Begriff ist, wie Spanke feststellt, denn der Detektiv folgt einer Philosophie der Passivität und verfolgt weniger vielversprechende Spuren als „merkwürdige Zeichen“. Dadurch gerät er detektivisch auf ebenso aufregende assoziative Abwege wie Steinfest sprachlich mit seinen unabgegriffenen Vergleichen und Bildern, der dem beglückten Rezensenten en passant sogar noch einen „philologischen Schnellkurs“ über die Relevanz fantastischer Literatur verpasst.

 

(aus: Perlentaucher)


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