Manafonistas

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The Necks: Three

 

 
 

Als ich vor Jahren  einige Mails schrieb an Chris Abrahams, ging es, neben anderen Dingen, um die Inspirationen. Alle drei Musiker hatten ihre Kindheit und  Jugend in der Nähe des Pazifiks  verbracht, und natürlich flossen die Küstenzonen und endlosen Weiten der Kindheit auf unbewussten Wegen in manches ihrer Werke hinein. Aber diese archaischen Räume waren nie Programm, sie waren eine von vielen Ressourcen, die Abrahams, Buck und Swinton zur Verfügung standen. Das Cover von „Three“ ist eine Referenz an diese Räume.

Auf eine andere Spur wies mich der Pianist hin, indem er mir einfach mal was  über eine seiner Lieblingsplatten von Pharoah Sanders schrieb, „Live At The East“. Und diese herrlichen Texturen hervorhob, die Joe Bonner an der Seite des Saxofonisten entwickelte. Auf der genannten Platte spielte er neben dem Klavier auch noch Harmonium, auf dem für  Sanders‘ Verhältnisse sehr eingängigen Album „Elevation“ zusätzlich noch Kuhglocke, Holzflöte, Perkussion, und Gesang. Das Feld der Inspirationen ist natürlich noch weiter gespannt. Ich erzähle nur ein wenig, was einem beim Hören von „Three“, einem fantastischen Album, gelegentlich in den Sinn kommen kann.

Auch die drei Australier denken nämlich immer wieder über  ihre angestammten Instrumente hinaus, und bewegen sich fortlaufend zwischen frappiernder Ereignisdichte und elementarer Reduktion. Mal japanischer Zen-Garten, mal  ein Ruf der Wildnis (bildlich gesprochen).  Was solche Polaritäten eins werden lässt, zwischen denen sie seit über dreissig Jahren ihre Breitwandpanoramen abliefern, ist eine auf Wiederholung, Umkreisung angelegte Form. Wenn der Hörer mitspielt, wird er eingeladen, sich tiefer und tiefer in Trance fallen zu lassen. Was schlichtweg keine Benebelung, sondern eine Schärfung der Sinne bedeutet.
 
(M.E.)


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