Manafonistas

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M. Ward: Think of Spring

 
 

1958 erschien ein Album, das auf ein geteiltes Echo stiess. „Lady In Satin“ präsentierte Billie Holiday in der Umgebung von Violinen, Bratschen etc., und schien den Puristen ewigweit von ihren Wurzeln entfernt. Aber das Album erwies sich als erstaunlich robust und alles andere als Billie light. Mir begegneten im Laufe der Jahre zwei besondere Fans dieses Spätwerks, Robert Wyatt und M. Ward. Nichts von ihrer Expressivität der frühen Jahre hätte Lady Day da verloren, meinte der Brite einmal, und ähnlich begeistert war auch der Singer/Songwriter aus Portland, Oregon, als er mir vor vielen Jahren erzählte, wie er die Platte rauf- und runtergehört habe. Was er im Detail sagte, habe ich leider vergessen. Nun erschien am 11. Dezember eine neues Album von M. Ward, „Think of Spring“, und darauf covert er die  Lieder von „Lady in Satin“. Das Album hat ihn offensichtlich nie losgelassen, und seine Interpretationen finde ich durchweg faszinierend. Er hat diesen speziellen Rauch in seiner Stimme, und eine Art von Zurückhaltung, die jeden Trick des Erhabenen verbannt.

 

Michael Engelbrecht


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