Manafonistas

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Pino Palladino & Blake Mills: Notes with Attachments

 

Ich mag diese Platte total gerne. Ursprünglich als Soloalbum eines nicht ganz unbekannten Musikers gedacht (der einst in den 80ern die Sahne auf die Torte eines Hits einer singenden Schmalzlocke zauberte), wird sie bei denen, die diesen Meister seines Instruments kennen, wahlweise für Irritation / Faszination sorgen. Es ist zurecht ein Duo-Album geworden, ausgestattet mit einer raffinierten Portion Jazz. Rein instrumental, fragmentiert, in Sekunden höllisch funky & dann wieder seltsam verloren. Das Gebräu weigert sich strikt, einem steten Groove zu folgen, wechselt nahtlos von einem halluzinatorischen Halbstil zum anderen. Das Spiel der Akteure ist sowohl abenteuerlich als auch strukturiert, und das überraschende, wohltuende Resultat hätte auch eine Veröffentlichung verdient gehabt auf Enos Obscure-Label aus den 70ern. Es wäre Obscure No. 11 gewesen. Nur ist es eben eine Neuheit, und das Cover setzt genauso auf Unauffälligkeit wie der Titel dieser Langspielplatte.

 

geschrieben von Michael Engelbrecht


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