Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

  

Christian Seiler: Alles wird gut – Rezepte und ihre Geschichten

 
 

Den spannendsten Blumenkohl hatte ich bislang bei einem Inder gegessen, in der Strasse in Notting Hill, die Damon Album auf „Everyday Robots“ so wunderbar besungen hat. Aber dann lernte ich eine ganz andere Variante kennen, Blumenkohl zu bearbeiten. Ich gab mir grosse Mühe, das im Grunde idiotensichere Gericht zuzubereiten, aber jeder kennt das mit der Nervosität beim ersten Mal. Der Blumenkohl sollte mittlere Grösse nicht überschreiten, die Röschen strahlend weiss sein, und ihre Oberfläche robust.

Der Backofen wird auf 200 Grad geheizt, der Blumenkohl gewaschen – dabei die äusseren Blätter abbrechen, und auf keinen Fall den Strunk ausschneiden! Der Topf wird zu zwei Dritteln mit Wasser gefüllt, das Wasser so stark gesalzen, dass 10 g Salz auf  einen Liter kommen, und dann wird das Wasser zum Köcheln gebracht. Auf kleiner Flamme wird der Blumenkohl 7-10 Minuten gekocht, dann lässt man ihn ausserhalb des Topfes ein wenig auskühlen.

Sobald die Temperatur es gestattet, wird der Blumenkohl mit reichlich Olivenöl von beiden Händen durchmassiert. Der Blumenkohl liebt das. GROSSZÜGIGES SALZEN DER RÖSCHEN! Dann wird der Kohl auf ein mit Backpapier ausgekleidetes Blech gesetzt uns bei 200 Grad gebacken, bis er so aussieht wie der bekannteste Song der Stranglers. 40 bis 50 Minuten lang – zum Ende hin  den Backofengrill zuschalten. Die Oberfläche wird dunkel und knusprig sein. Tja, und nun ist der Blumenkohl innen herrlich cremig. Und dann einfach noch bitte noch eine  Tahinisauce hinzuzaubern.

3 EL Tahini (Sesampaste) / 2 EL Olivenöl / Der Saft einer halben Zitrone / 1/2 TL Salz. Easy-peasy: die Paste, das Öl und den Saft mit 150 ml Wasser mixen (vielleicht etwas mehr, und entscheidest, welche Konsistenz dir behagt), und mit Salz abmischen, Fertig ist das Gericht für zwei Personen. Damit hier keiner denkt, hier gehe es superkonsensfreudig zu, parallel zwei Filetsteaks in die Pfanne hauen, höchstens medium rare. Und Pommes aus der heimischen Fritteuse. Aber auch als „Blumenkohl-Solo“ ist das ein echter Hit.

Mal abgesehen von den musikalischen Anspielungen, und einigen Schlenkern meinerseits, ist das die Nacherzählung eines der 207 Gerichte, die in diesem Buch präsentiert werden.

 

(Fortsetzung meiner Besprechung folgt)

 


Manafonistas | Impressum | Kontakt | Datenschutz