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XTC: Mummer (1983 – Vinyl Remaster)

 

  • Das ursprünglich von Andy Partridge vorgesehen Cover Artwork wurde für diese Ausgabe restauriert
  • Das Album wurde von Jason Mitchell im LOUD Mastering Studio in Zusammenarbeit mit Andy Partridge erstellt und wurde von XTC freigegeben.

Das sechste Album von XTC mit dem Titel Mummer war ein weiterer Wendepunkt der Band, weil es die erste Veröffentlichung einer reinen Studio Band war. Es zeigt die Entwicklung vom Trümmerhaufen der Post-Punk/Pop Ära mit ihren ersten beiden Alben White Music und Go2 hin zu einer der geachtetsten britischen Bands mit den drei essentiellen Alben Drums and Wires, Black Sea und English Settlement, welche die wachsende Vielseitigkeit der beiden Songwriter der Band Andy Partridge und Colin Moulding aufzeigten.

Auch das im Vergleich als ruhigeres Album geschätzte Album English Settlement war klar ein Album, dessen Songs mit einem Ohr für das Studio und mit dem anderen Ohr für die Live-Präsentation geschrieben wurde. Mummer war anders.

Befreit von den Bedingungen einer Live Band, zeigte sich XTC wie auf einer großen Leinwand. Die Band experimentierte mit den Songs, den Arrangements und erweiterte die Klangpalette mit allem, was Studios bieten konnten, wenn man nicht daran denkt, wie das Material in den verschiedenen Theatern, Hallen der Universitäten oder anderen Auftrittsorten, in denen man als Rockband auftreten konnte, umgesetzt werden sollte.

Und so wie die Mummers‘ Plays (Folklore Aufführungen von Amateur Schauspielern) Menschen mit einbezogen, die von einem Platz zum anderen in den Ortschaften reisten und Geschichten aus dem Zyklus des Lebens aufführten (wenngleich verkleidet), reiste XTC zu den besten Aufnahme Studios im Vereinten Königreich, um ihre Songs zu mischen und wieder neu zu mischen, um den höchsten Ansprüchen zu genügen.

Veröffentlicht als Nachfolger ihres bis zu diesem Zeitpunkt in England erfolgreichsten Album und mit einem neuen Plattenlabel in Amerika im Rücken, waren die Erwartungen der Band und der Plattenfirma sehr hoch (drei der ersten vier Songs auf dem Album wurden als Singles veröffentlicht) und blieben doch unerfüllt. Die Fans liebten es, die Presse war positiv, aber die Radiolandschaft veränderte sich, und speziell in England war das Ausbleiben der Tour für das Scheitern, das manchmal die Folge ist, wenn eine Band einen neuen Ansatz verfolgt, verantwortlich.

Wie es so oft mit solchen Alben passiert, wächst ihre Wertschätzung und auch die Verkäufe über die Jahre, und werden weitaus größer als ihre anfängliche Rezeption vermuten lässt. Wie man jetzt in der Nachbetrachtung sehen kann, hat dieser umfangreiche Ansatz des Schreibens und Aufnehmens später im gleichen Jahrzehnt zu weitaus größeren kommerziellen Ergebnissen mit Skylarking und den darauffolgenden Alben geführt. Das Album, das für mehrere Jahrzehnte nicht mehr auf Vinyl erhältlich war, ist jetzt mit dem bislang noch nicht verwendeten wiederhergestellten originalen Cover Artwork das 11. XTC Studio Album, das auf hochwertigem audiophilem Vinyl wiederveröffentlicht wird. (Galileo HQ)

Soweit die Beschreibung zu den Hintergründen der Entstehung. Für mich zählte „Mummer“ immer zu meinem liebsten drei Alben von XTC. – und ab „Drums and Wires“ mag ich sie allesamt sehr.  Und, nein, es ist nicht die Aufwertung eines Glanzes –  „Mummer“ hat immer noch diese seltsam mysteriöse Stimmung, die sich nie ganz einfangen lässt, und uns alte Hörer ein ums andere Mal in eine  Trance voller Überraschungen hinein gleiten lässt. Und Neuankömmngen wird es nicht anders gehen.  Mark Smotroff nennt es nicht zu Unrecht „a lost masterpiece“, hier seine Besprechung der neuen Vinylausgabe …

 

 

Insider Information:

Wenn Sie sich jemals gefragt haben, wie aus einem Quartett, das Black Sea aufnahm, schließlich ein Trio wurde, das sechs Jahre später Skylarking aufnahm, dann ist Mummer ein notwendiges Glied in dieser Kette. Aber es ist so viel mehr als bloßes Bindegewebe. Für sich genommen ist es ein Album, das den wiederkehrenden Hörer mit einer Fülle von Nuancen belohnt. In XTCs Katalog ist es die einzige Veröffentlichung, die es verdient, ein „Schläferhit“ zu werden. Hoffentlich wird die Wiederveröffentlichung das bewirken. Besser spät als nie.

(John Garratt)


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