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2023 14 März

An der Grenze des Hörbaren: Paris Peacock Wingbeats

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PARIS PEACOCK WINGBEATS stellt unsere Wahrnehmung auf die Probe. Während Töne und Klänge meistens verstärkt und vergröBert werden, geht’s hier ins Entgegengesetzte: ins extrem Leise, das bei weit offenen Mikrofonen gerade noch erfasst werden kann. Das ist ein bisschen wie wenn wir uns im Ameisengewimmel auf Augenhöhe mit ihnen befinden würden. Oder auch: Gullivers Reisen im Bereich der Töne. Die beteiligten Musiker nennen es

 

MAGNIFIED MICRO MUSIC

 

Den drei dänischen Musikern Simon Toldam, Peter Bruun und Torben Snekkestad offenbarten sich dabei neue Formen der Schönheit , denen sie sich stellen wollten. Ein faszinierendes Erlebnis, ihnen zu folgen und zu zu hören. Das Ganze ist mit ein paar Essays, worunter dem meinigen, auf einer Website herausgebracht, zu der man Zugang braucht, um Einsicht in Prozess- und Resultatseiten der Sache  zu bekommen.

 
 
 


 
 
 

Der Titel „Wingbeats“ bezieht sich auf Flügelschläge des Schmetterlings, die ungeahnte exponentielle Folgen zeitigen können (Chaostheorie). Inspiration waren die Makro-Fotografien von Insekten des britischen Fotografen Levon Biss.

 

W E B S I T E 

 

Man kann sich von dort aus auch schön umschauen, was das ILK label sonst noch an schön Interessantem zu bieten hat.

 

2023 14 März

Iro Haarla und Lumi Vesala

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VIDEO Iro Haarla „Barcarole“

 

2023 14 März

Sanem Kalfa : singing

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„Pendulum“ ist für mich immer wieder zurückkehrend wie im Stück selbst.

 

Es ist das ultime Ostinato, das ultime Allegro.

 

Es kehrt jeden Kontext und schafft ein währendes Zentrum von sanft

 

bestimmender und tanzender Stärke – hier in einer live Fassung mit Paul McCandless

 
 

P E N D U L U M

 

2023 13 März

Sun-Mi Hong : listening

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2023 13 März

Treasures #1: Masabumi Kikuchi – In Love In Vain

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Bei Masabumi sind die Töne dramatische Gestalten, die sich in erfüllende Weite erstrecken

 

und in

 

schwebender Akzeptanz verweilen. Es ist nie, was es ist, und doch so nah und real.

 
 

video

2023 13 März

„Back Door Man“

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For the first time of my life, I listen to the first Doors album. Of course  I did often hear the hits, but never let that 1967 record happen to me from the first roar to the final note, and certainly not on „true mono“. But now it happens, one week long. I do have it here, for seven days, the edition of the Electric Record Co. The experience is intense, and in the end there will be a story. Fear of music?  The music is not a relict, it‘s still raw, on the border.

 

 

 

 

But The Doors made Willie’s “Back Door Man” their own. Like the Stones did it with old blues at their very beginning. Side Two bursts wide open with one of Jim’s best feral screams. Morrison sounds dangerous and unpredictable, like a wild animal suddenly freed from its cage, while Robby Krieger‘s fuzz-tone guitar soars and swoops around Jim’s every word like a maniacal bumblebee.

 

 

 

 

Im dritten Stock, ganz oben, hinter der schmiedeeisernen Ballustrade, starb im Juli 1971, elend, Jim Morrison. Rue Beautreillis Nr. 17. Er hatte seinen Tod vorhergesehen, war sich sicher, Janis Joplin bald zu folgen. Er konnte die Abwärtsspirale nicht stoppen. Es war nur traurig, und Nostalgie der völlig falsche Reflex, die Nähe zum Himmel eine Fata Morgana.

 

Wenn du aufs Bild klickst, siehst du die Balkonbepflanzung im obersten Stock ganz deutlich, wie ein ohne Unterlass mit frischen Blumen gepflegtes Himmelsgrab. Damals, bei ersten Parisreisen, suchten wir auf dem Pere Lachaise lange nach dem Grab des Sängers und Poeten, der in seiner letzten Phase, als er sich schon immer mehr in einen Geist verwandelte und für die Doors kaum noch erträglich Bühnenauftritte wie volltrunkene Exzesse absolvierte, Rimbaudgedichte und ein Notizbuch mit eigenen Gedichtfragmenten sich führte, das noch den Stoff für manch grossen Song hätte liefern können. The End…

 

Das war ein Ritual, eine Nostalgie, eine Herzensangelegenheit, was immer, auf den berühmten Friedhöfen, sich zu sammeln und erinnern: so wusste ich lange nicht, wie nah Heine und Truffaut beieinander liegen, in Paris, an einer anderen Ruhestätte. Kerzen, Blumen, kleine Briefe, über Jahrzehnte hinweg, wie bei Morrison.

 

Dabei begegnen wir und doch vor allem uns selbst.

 


Stets eine Lieblingsplatte gewesen aus dem Haus MPS. Mission Suite. Gepflegter Hippie-Langhaar-Look, und vielleicht die aufregendste Platte des Flötisten Chris Hinze. Gar nicht mal im berühmten Schwarzwald-Studio aufgenommen, gelang auch in Köln ein Kunstwerk der fusion music, das sich vor den lebenden Legenden des Genres nicht zu verstecken brauchte. Es gab auf MPS eine ganze Reihe mitreissender Jazz-Rock-Scheiben, von Joachim Kühn oder Association P.C. – und auch George Duke legte mit „Faces In Reflection“ ein kleines  Meisterstück hin. Meine meistgespielten Platten von der Musik Produktion Schwarzwald aber waren, in der ersten Hälfte der Siebziger, Don Sugarcane Harris mit „Fiddler On The Rock“ (mit der einzigen Version von „Eleanor Rigby“, die wir gelten liessen, neben dem Original), Volker Kriegels „Face Lift“ (oder doch „Missing Link“), und, keine Frage, Chris Hinze mit seiner „Mission Suite“ – auch das Cover empfand ich als ziemlich cool. Und ganz sicher ist mir der eine und andere Schatz entfallen.

 

Heute war ich bei Michael aka „45 rpm“ In Düsseldorf, den Olaf und ich auch manchmal Mr. Stunning nennen. Wir sprachen u.a. über eine neue Art von „music talk“: wer weiss, was sich aus manchen gemeinsamen Wellenlängen entwickeln wird. Ich brachte meine alte Scheibe „Mission Suite“ mit, und dann ging es eine Weile um die Musik Produktion Schwarzwald. Er unterzog mein „Original“ einer Luxusplattenwäsche, und ich versprach, ihm die siebenteilige MPS-Serie von Gregor zu senden. Mittlerweile bin aus seinem „Studio Einstein“ in meine elektrische Höhle zurückgekehrt, und höre die ersten Stücke der „Mission Suite“. Wow. Stunning.

 

Gregor öffnet seinen Plattenschrank (184)

(Die Folgen 2 bis 7 in Kommentar 1)

2023 11 März

At The Warhol

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Derzeit in Pittsburgh: Auf zwei Etagen die Geschichte von Andy Warhols Interview-Magazin und anderen Medienaktivitäten.

Hier zum Beispiel eine Ausgabe mit Isabelle Adjani auf dem Cover — links das geklebte Layout, rechts das gedruckte Cover:

 

 

 

 

 

Interview wurde gegründet von Andy Warhol und dem englischen Journalisten John Wilcock und erschien ab 1969 alle zwei Monate, auch genannt „The Crystal Ball of Pop“. Ab 1972 wurden die meisten Coverfotos von Richard Bernstein geschossen, sie haben einen erkennbaren Stil, der dem magazin eine gewisse Einheitlichkeit gab. Die Ausstellung zeigt in drei Räumen alle Ausgaben, die zu Andys Lebzeiten veröffentlicht wurden, also alle bis 1987. Leider nur unter Glas, aber anders geht es wohl nicht

 

 

 

Es gibt das Magazin noch immer, eine große Rolle spielt es allerdings heute eher nicht mehr.

 

 

 

 

Nichtsdestotrotz, die Hefte, die ich noch besitze, bleiben im Archiv und wandern nicht ins Altpapier:

 

 

 

 

Warhols TV-Experimentierereien, „Warhol TV“ und „Warhol’s Fifteen Minutes“, stehen heute teilweise online. Die diversen Portraits, viele davon Auftragsarbeiten, die Andy für 10.000 Dollar anfertigte, sind natürlich als Poster hinlänglich bekannt. Man ist trotzdem verblüfft, wenn man vor dem originalen Siebdruck steht und erkennt, dass sie wirklich Einzelstücke mit dicken Farbschichten sind.

 

Ab Mai gibt es eine Ausstellung zu Velvet Underground & Nico. Mehr dazu dann; ich bin gespannt.

 

Damit schöne Grüße aus dem „Silver Clouds“-Raum des Museums. Immer wieder schön, mit den Dingern zu spielen.

 

 

 

2023 11 März

Ein goldener Löwe für Brian

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Seltsamerweise weiß ich gar nicht mehr mit welchem Album Brian Eno in mein Leben trat, es fühlt sich eher so an als ob er schon dagewesen wäre, in Resonanz, lange bevor ich etwas von ihm hören konnte. Vielleicht die ersten beiden Roxy Music-Alben die in meiner Klasse so gehypt wurden, vielleicht Taking Tiger Mountain oder Discreet Music. Ich weiß es nicht mehr. Um so klarer ist, dass er einer der Musiker ist, der sich immer wieder neugierig ins Neuland begibt, dessen Erforschung ungewohnter Klangräume immer wieder so faszinierende wie hörenswerte Überraschungen kreiert, die klingen als kämen sie 100 Jahre aus der Zukunft und einen Lifer nach dem anderen produziert und den ich genau deshalb nie aus dem Fokus verloren habe. It’s like a Line In The Sand. Bei mir hat er also schon mal einen Lifetime Award sicher und nun bekommt er ihn auch ganz offiziell im Oktober auf der Biennale Venedig verliehen.


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