Manafonistas

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Nomadland

 

Es begann damit, dass die Journalistin Jessica Bruder zunächst in einem Zelt und später in einem Van drei Winter lang in der Wüste um Quartzsite, Arizona, zeltete. Ihr Plan war es, eine Gruppe von modernen Nomaden kennenzulernen, die in Wohnmobilen, Vans und Wohnwagen leben. Bruder’s dreijährige Recherche resultierte in dem Sachbuch Nomadland: Surviving America in the Twentieth-first Century (2017), ein augenöffnender Bericht über eine Randbevölkerung, die nach dem finanziellen Zusammenbruch 2008 in großer Zahl wuchs. Viele der Nomaden waren einst Mittelklasse-Amerikaner, die während der Wirtschaftskrise ihre Jobs, Häuser, Investitionen und Altersvorsorge verloren hatten. Der Film hat seine sentimentaleren Momente, und das verstärkt tatsächlich seine Wirkung, weil alles ganz ohne Hollywoods Requisitenkammer mit ihren oft so durchkalkulierten  Emotionen und falschen Eindeutigkeiten abläuft. Und in diesem Film Shakespeares „Sonnet 18“ auf sich wirken zu lassen, macht einmal mehr deutlich, wie nah sog. hohe Kunst und reales Leben einander sein können, ohne dass das eine das andere auf einen Sockel hebt. Safe Journey! (Derzeit hierzulande im Kino – die Blu Ray aus England hat auch eine deutsche Synchro)  (geschrieben von l.s. und m.e.)


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