Manafonistas

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2022 12 Mai

Lieblingsserien 2012-2022 (unvollständige Liste)

von: Michael Engelbrecht Filed under: Blog | TB | 22 Comments

 


Am 27. Mai und 3. Juli kommt endlich die vierte Staffel (jeweils eine Hälfte) von STRANGER THINGS raus, auf Netflix. (My pleasure is not guilty, and I love it). Eine Serie, auf die sich bislang alle Manafonisten einigen konnten, die sie gesehen haben, ist HALT AND CATCH FIRE. Über das, was passiert, wenn Menschen ihren Visionen folgen, Höhenflüge, Scheitern, all inclusive. Vier Staffeln, und leider nicht so leicht verfügbar. Eine der wunderbaren Hauptdarstellerinnen dort erfreute mich einmal mehr mit ihrem Auftauchen in STATION ELEVEN (one season only). Auf Amazon prime kann man sich das komplette Meisterwerk aller drei Staffeln von THE LEFTOVERS anschauen (ein nicht endender Sog, und auch, wenn es unter „dystopian sci-fi“ eingeordnet wird, enthält diese Serie eine der wunderbarsten Love Stories der Serien des 21. Jahrhunderts, und die letzte Folge der dritten Staffel werden viele nie vergessen.  Richard Williams brachte mich auf die Spur von CALL MY AGENT, und alle vier Staffeln – je l’apelle Truffaut 2.0 – über das Treiben einer Pariser Schauspieleragentur sind verfügbar auf Amazon prime und Dvds. Die beste französische Cop-Serie aller Zeiten ist für mich SPIRAL (sieben oder acht Staffeln). Die beste amerikanische JUSTIFIED (auch zahllose Staffeln, und kein bisschen zu lang). Grossartige auch MINDHUNTERS, die zwei Staffeln, die uns in die Frühzeit des „profiling“ von Serienkillern beim FBI entführen, und mit feinem „understatement“ in Szene gesetzt wurden Wem mehr der Sinn nach einer Serie steht, die, wie Station Eleven alles in eine Staffel packt, und kein so grosser Zeiträuber ist, dem empfehle ich (und der gemeinsame Nenner all dieser Tipps ist, dass es alle durch die Bank absolute Lieblingsserien von mir sind, aus jüngerer Zeit) THE NIGHT OF (Dvd), UNBELIEVABLE (Netflix), THE QUEEN’S GAMBIT (Netflix), GODLESS (Netflix), und SEVEN SECONDS (Netflix). Ich habe sicher einige Schätze vergessen. (Eine Stunde später) Als da wären: SONS OF ANARCHY und GAME OF THRONES (totales bingewatching für mich, beide Serien gingen über etliche Staffeln, über Wochen lebte ich mit Kate und Co. auf der seltsamen Insel, und war Teil einer Motorrad-Gang, flow- und crashfaktor 10), SHARP OBJECTS (1 Staffel, bluray) und JOHN FROM CINCINNATI (amerikanische Serie in der Surfer-Szene mit leichtem Touch ins Surreale, grosses Kino allemal, aber, hoppla, die stammt von 2007, also kleiner Ausreisser hier, Geheimtipp nach wie vor).

 

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22 Comments

  1. Jochen:

    Interessant wäre ja auch mal eine Serien-Liste unter dem Aspekt von Psychologie und Psychoanalyse. Sharp Objects zählte sicherlich dazu, dann auch Transparent, Mad Men, Succession, The Affair – ach was red‘ ich: es wären endlos viele.

    Hier ein Schmankerl aus Succession: „Fuck Your Grandpa!“

  2. Ursula Mayr:

    Letztlich kann man alles unter diesem Aspekt betrachten.

    Der Renner aber ist derzeit „In Treatment“.

  3. Michael Engelbrecht:

    Es ist eine Binse, dass jeder anders wahrnimmt, anders deutet. Mich interessiert eine Serie in erster Linie als Trance und Flow. Meine Lieblingsserien haben genau das bewirkt. Das Denken darüber spielt sich erst DANACH ab, wenn es überhaupt stattfindet – es ist interessant, über Serien und Filme zu sprechen. Aber nichts ersetzt mir die Erfahrung des Erlebens. Jesusfigur? Kanarienvogel? Also, mir fällt als erstes die nervende aber scharfe Rebecca de Mornay ein, und Johnny Appleseed🎺 (s.o.)

    https://www.youtube.com/watch?v=UrWZlh7DnBE

    Meine oben aufgeführten absoluten Lieblingsserien haben bis auf Station Eleven (7) und John From Cincinatti (7) alle Flowfaktor 9 oder 10. Das bedeutet, dass sie mich durchweg richtig tief berühren, ergreifend sind, unter die Haut gehen, und, wie eine gute Trance innerhalb einer Hypnose ganz viel anstossen, in Bewegung bringen, sogar wandeln können, ohne dass ich mir dazu einen Kopf mache:) – das intuitive Verstehen steht bei mir weit über der „Besprechung“.

  4. Jochen Siemer:

    Was das Flow-Erleben betrifft, das sehe ich ähnlich.

    Da kann etwas noch so „künstlerisch“ oder sonst wie „anspruchsvoll“ sein: wenn der Flow nicht eintritt, interessiert es mich die Bohne. Es muss nicht unbedingt die Handlung sein, es können auch Figuren bzw Charaktere sein, denen man gerne folgt. Oder die Orte, an denen man gerne verweilt (Bloodline beispielsweise auf den Florida-Keys). Auf jeden Fall tritt eine Art „Jetztzeit-Erleben“ ein. Time is now, time is precious.

  5. Ursula Mayr:

    Ich definiere in der Form, dass mich etwas „packt“. Meine Freundin meint, der Film müsse einen „reinziehen“. Sehr körpernah beschrieben.

  6. Olaf Westfeld:

    Mein Serienkonsum ist leider sehr eingeschränkt, da ich fast nie alleine vor dem Fernseher sitze. Es ist deswegen nicht möglich, Serien auf Englisch zu schauen.

    Succession würde mir glaube ich sehr viel Spaß machen, aber alleine setze ich mich dann damit nicht ins Wohnzimmer. Der letzte Kompromiss waren diese Ku’damm Staffeln – ganz gut!

  7. Michael Engelbrecht:

    Kudamm alle drei Staffeln schöner Flow. Erinnere mich.

    Und öffnete Erinnerungen an die frühe Kindheit, aber ohne Trauma 🎩

    Rebecca hat mich „reingezogen“, Uschi 😅
    5 Euro in die Macho-Kasse!

  8. Jochen Siemer:

    So ’ne Machokassen-Flatrate würde sich für dich doch eigentlich lohnen ;))

  9. Olaf Westfeld:

    Falls jemand einen Tipp hat, etwas was in Richtung Ku’damm geht – sehr gerne!

    Taugt zum Beispiel Weissensee etwas?

  10. Michael Engelbrecht:

    Etwas älter, die Serie, aber, in der Art, durchaus vergleichbar. Kann auf jeden Fall süchtig machen :) – ein paar Bekanntinnen haben es sehr sehr gerne gesehen. Und ich ein paar Folgen auch … war nur zwischendrin, deshalb kam ich nicht richtig rein …

  11. Ursula Mayr:

    Hat jemand LITTLE JOE auf arte gesehen?

  12. Ursula Mayr:

    Little Joe: sehr artifiziell – daher auch kein Psychothriller, erlaubt ein gepflegtes Nickerchen bei völliger Abwesenheit von Spannung, vom Soundtrack kriegste Ohrenkrebs, gute Tableaus und Kameraarbeit, schlechte Schauspieler, schwer nachvollziehbare Entwicklung der Figuren. Kein Muss.

  13. Michael Engelbrecht:

    Hatte ich sowieso nicht auf meiner Liste:)

    Übrigens: der Blick der Psychoanalyse auf Filme dekodiert bevorzugt Pathologisches der Zeitgeschichte, Pathologisches einzelner Figuren.

    Es geht mir um etwas, das wahrscheinlich begrifflich anders besetzt ist, eher um „Psychosynthese“. Nicht um „gute Unterhaltung“, sondern um bereichernde Erlebnisse, Tranceerfahrungen. Kurz und knapp: Filme, Serien können Räume öffnen, kathartisch wirken, Aha-Erlebnisse schaffen, „shocks of recognition“. Auch dezente Inspirationen enthalten.

    Man kann also, statt psychoanalytisch den Blick aufs Defizitäre zu fokussieren, die Bereicherung avisieren, die bestimmte Serien / Filme als Potential für bestimmte „Sehende“ enthalten.

    Eine andere Kritik war, sicher oft zutreffend, das Abtauchen in Ersatzwelten, um den eigenen ereignisarmen Alttag zu kompensieren, übermässig zu kompensieren. Die Gefahr besteht.

    Viele meiner Favourite Series der letzten 10 Jahre waren, schlicht gesagt, bewusstsseinserweiternd.

    Getting high / clear without drugs.

    So wie es auch Musik öffnen kann. Als „gate of perception“.

    Diese Bewusstseinserweiterungen wirken oft subtil. Da muss es nicht immer zu einem grossen Knall der Erkenntnis kommen.

    ERGÄNZUNG: manches ist einfach erfüllter Mussiggang!

  14. ijb:

    Ursula, jetzt warst du schneller als ich. Fast das gleiche wollte ich zu „Little Joe“ schreiben. Ich hab den damals bei der Uraufführung in Cannes gesehen. Mein guter Freund (ebenfalls Filmemacher), der eine besondere Vorliebe und Kenntnis für dieses Genre hat, brachte es damit auf den Punkt, dass er sagte, der Film ist so sehr 1950er Jahre, dass man sich wundert, wer sich da heute noch gruseln soll. Es wirkt wirklich wie eine super arthausige Referenz auf all diese 50er-Jahre-Horrorfilme, die heute total bieder wirken, und es ist komplett unklar, für wen die Regisseurin diesen Film gemacht hat – außer vielleicht für Filmwissenschaftler und verkopfte Filmkritiker, die die ganzen Filmzitate als Zitate geil finden, aber Spannung, Handlung und Figurenglaubwürdigkeit komplett egal finden.

    Ich muss allerdings sagen, dass ich die Musik (eines japanischen Musikers!) richtig toll fand. Das war wirklich das einzige an diesem super biederen Film, was irgendwie eigenständig und fantasievoll war – und in eigenartigem Kontrast zum Rest vom sterilen Film eine irritierende Qualität hatte. Die Musik sollte den Japan-Musik-Freunden hier im Blog (Jochen? Jan?) absolut ein Ohr wert sein.

    Preise „abgeräumt“ kann man im übrigen auch nur sagen, wenn man die österreichischen Filmpreise für Szenenbild und Maske meint. Sonst war da nichts Relevantes – dass die Hauptdarstellerin in Cannes allerdings den Schauspielerpreis bekommen hat, ist irritierender als der komplette Film selbst ;-)

    Hier eine sehr gute Rezension zum Film.
    Auszüge daraus:

    Die unheilvolle, rituelle Percussion-Musik des Avantgarde-Komponisten Teiji Ito, die immer wieder wie ein Fremdkörper in diese künstliche und keimfreie Welt hereinbricht, wirkt dabei wie eine Rückkehr des Archaischen.

    Wie das Umfeld von Alice sich zunehmend verwandelt, erinnert an das Szenario aus Don Siegels Horrorklassiker „Die Dämonischen“ (1956), in dem es emotionslose außerirdische Doppelgänger sind, die nach und nach die Menschheit ersetzen. Theoretisch ist das Verstörende an beiden Filmen, dass die Veränderung der Mitmenschen unsichtbar bleibt. (…) zeigt „Little Joe“ aber kaum Interesse an einer herkömmlichen Spannungsdramaturgie.

    Sehr wohlwollend könnte man sagen, dass „Little Joe“ mit seiner redundanten Erzählweise Genreerwartungen unterläuft. Tatsächlich wirkt der Film aber über weite Strecken wie ein etwas unbeholfener und aus der Zeit gefallener Versuch, eine neue Perspektive auf ein klassisches Science-Fiction-Sujet zu finden. Mit Figuren, die von Anfang an so leblos wirken, dass sie keine Fallhöhe haben und dem nur oberflächlich behandelten Motiv einer modernen, von sich selbst entfremdeten Gesellschaft, ist „Little Joe“ in seiner sterilen Selbstbezüglichkeit eher einschläfernd als beunruhigend.

  15. ijb:

    @Olaf

    Ich selbst habe „Weißensee“ nicht gesehen – mangels Interesse an solch historisierenden Ausstattungsfilmen, aber ich weiß sowohl von Leuten in Deutschland als auch von Leuten im Ausland (konkret schrieb mir das, wenn ich mich nicht irre, Maja Ratkje), dass ihnen „Weißensee“ wirklich gut gefallen habe. Ich hab oft Gutes gehört (aber wie gesagt aus Vorlieben-Vorbehalten bislang kein Auge gewagt).

  16. ijb:

    Was das Flow-Erleben betrifft, das sehe ich ähnlich.
    Da kann etwas noch so „künstlerisch“ oder sonst wie „anspruchsvoll“ sein: wenn der Flow nicht eintritt, interessiert es mich die Bohne. Es muss nicht unbedingt die Handlung sein, es können auch Figuren bzw Charaktere sein, denen man gerne folgt. Oder die Orte, an denen man gerne verweilt (Bloodline beispielsweise auf den Florida-Keys). Auf jeden Fall tritt eine Art „Jetztzeit-Erleben“ ein. Time is now, time is precious.
    […]
    Ich definiere in der Form, dass mich etwas „packt“. Meine Freundin meint, der Film müsse einen „reinziehen“. Sehr körpernah beschrieben.

    Tatsächlich würde ich, ganz ehrlich, annehmen, dass das für 90% aller Zuschauer/innen nicht anders ist. (Ausnehmen würde ich hier vielleicht sehr intellektuelle Zuschauer, die weniger Interesse am emotionalen als am analytischen Schauen haben, oder Filmwissenschaftler/innen, siehe oben.)

    Ich würde es daher genau anders herum formulieren:

    Da kann etwas noch so cool oder sonstwie „abgefahren ausgedacht“ sein: wenn beim Zuschauen die Charaktere und ihre Handlungen nicht glaubwürdig sind, stellt sich kein „Flow“ ein, „packt“ mich nicht (sondern wirft mich raus). Dass es mich dann „nicht die Bohne“ interessiert, würde ich so allgemein zwar nicht sagen, denn auch Sachen wie z.B. „Stranger Things“ haben noch genügend interessante Aspekte/Elemente, aber da kommt das Interesse beim Zuschauen weniger aus dem „Flow“ oder den glaubwürdigen Figuren, sondern eher aus einer etwas distanzieren Unterhaltsamkeit abgefahrener Ideen oder netter Gags. Wir haben uns da leider mit jeder Staffel (1-3) mehr gelangweilt. Ich fand’s sehr schade, dass die Produzent/innen einfach so unglaublich wenig Mühe in die Drehbücher gesteckt haben und das Potenzial der ersten, ziemlich guten Staffel mehr und mehr verschenkt haben. Diese Art „cooler“ Zitat-Stories (hier: Achtzigerjahre) finde ich letztlich ermüdend, wenn es nicht mehr bietet… wie gesagt: kann noch so cool aussehen, aber wenn die Figuren dauernd so an den Haaren herbeigezogene B-Movie-Dinge tun, stellt sich kein „Flow“ ein – was irgendwie ermüdet.

    Der Punkt mit den „Orten, an denen man gerne verweilt (Bloodline beispielsweise auf den Florida-Keys)“ ist auch für mich oft ein wichtiger Faktor bei Serien. „Bloodline“ ist in der Tat ein Bespiel, das mir da auch einfiele. Aber auch alles, was in New Mexico spielt – oder die „True Detective“-Staffeln (ich kenne nur die ersten beiden) oder vieles andere. Wenn die Handlungsorte zu einem wichtigen Teil der Geschichte werden, ist das echt viel Wert.

  17. Ursula Mayr:

    Zum Soundtrack von LITTLE JOE wäre zu sagen dass er sehr ungewöhnlich ist, allerdings bin ich nicht die Richtige um das zu beurteilen, ich habe ein Problem mit Hyperakusis und Ohrgeräuschen, was andere interessant finden wird für mich unerträglich- da halt ich mich bei der Musikbeurteilung am besten ganz raus. Habe aber schon in viele Musikvorschläge der Manas reingehört, hat mir auch vieles gut gefallen und war ohrenwohltuend.
    Micha: Wir sind da näher beisammen als Du denkst. FILMANALYSE bedeutet nicht dass man auf die Pathologie der Filmfiguren abhebt. Das macht man schon vor allem zu Lehrzwecken a la “ Welche Merkmale von Hysterie finden sich bei Scarlett O’Hara,“ und so. Da ist das nützlich und macht den Azubis auch Spass, die kann man ja noch nicht auf Patienten loslassen. Und Margaret Mitchell und Vivien Leigh auf ihrer Wolke ists auch wurscht.
    Auch die Vita eines Regisseurs in seinen Werken wieder aufzuspüren ist sehr spannend, das würde ich noch lange nicht Pathologisierung nennen.
    FILMANALYSE – da ist man sehr streng- ist letztlich die Analyse der Wirkung auf den Rezipienten, da ist Dein gewünschter FLOW durchaus mit dabei, aber auch das Nachdenken über eigene Identifikationsprozesse, Solidarisierungen, Körpergefühle,Ängste, Zeitgeistphänomene, Fressanfälle….und wie der Regisseur und der Drehbuchautor das gemacht haben.Das ist sehr entfernt von Pathologisierung.

  18. Michael Engelbrecht:

    Habe verstanden, hier noch eine Anregung / Erinnerung, ein Blogeintrag vom Dezember 2020, Vorweihnachtszeit):

    Der unsichtbare Erzähler – McCabe and Mrs Miller

    Wann sah ich den Film das erste Mal? Unvergesslich. Im Audi Max der Uni Würzburg, in den wir fast jeden Mittwoch strömten, um uns von einem begeisterten Cineasten einleitende Worte erzählen zu lassen, und dann einzutauchen, in kühne, experimentierfreudige Filmwelten jenseits des Mainstreams.

    “The first time I talked about it with Robert we said it should look like the late 1800s,” erinnert sich Robert Altmans legendärer Kameramann Zsigismond.

    Und dazu sollten sich (dachte Robert) verdammt zeitlose Songs gesellen, die uns Hippies sowieso schon ewig begleiteten, gerne mit Räucherstäbchen. Es war genial, dass Cohen auf einmal in einem Western auftauchte (die ich schon als Kind liebte, als ich jeder Folge von „Am Fuß der blauen Berge“ entgegenfiebete). Und Leonard war in mancher Hinsicht der unsichtbare Erzähler von „McCabe & Mrs. Miller“. Was für ein anderer, radikaler Western. Es passt, dass die Texte der drei Cohen-Lieder surrealer sind als die erzählte Geschichte – die Handlung wird bereichert mit Symbolen, die Figuren gewinnen an Tiefe durch die Perspektive der Songs. Alle stammen aus dem ersten Album des gebürtigen Kanadiers – Robert Altman spielte die Platte so oft, dass er das abgenutzte Vinyl immer wieder ersetzte. Die Songs schleichen sie sich ein wie Erscheinungen, verbinden sich mit der „inneren Erzählung“, alles klingt an – Dankbarkeit, Trennung, Zärtlichkeit, Vision, Bedauern. Ein in aller Langsamkeit berauschendes Abenteuer für Augen und Ohren.

    Wenn ich an meine Kindheit und frühe Jugend denke (die späte dauert noch an), waren zwei Filme Fixpunkte an vielen Weihnachtsfesten, „Ist das Leben nicht wunderschön“, mit James Stewart, und „Wer die Nachtigall stört“, mit Gregory Peck.

  19. Ursula Mayr:

    Die Nachtigall! Das war der erste Film bei dem ich GANZ ALLEIN ins Kino ging. Mit 10 Jahren …

  20. Jochen:

    Besonderen Eindruck hinterliess in früher Jugend Hitchcocks „Immer Ärger mit Harry“ (Trouble with Harry) mit der leicht versponnenen Shirley MacLaine, die ich damals sehr reizvoll fand. Der Film ist märchenhaft surrealistisch, witzig – und sehr spannend.

  21. Olaf Westfeld:

    Genau so ging es mir bei „Immer Ärger Mit Harry“ auch. Und mit ca. 6 oder 8 Jahren fand ich „Arsen und Spitzenhäubchen“ unerträglich spannend. Märchenhaft und surrealistisch ist der glaube ich auch.

  22. Michael Engelbrecht:

    Wer die Nachtigall stört, da war das Erleben beim ersten und zweiten Sehen so stark, als Kind / Jugendlicher, dass ich bald dachte, der Roman könnte da nicht rankommen. Was wohl Quatsch war. Vor Jahren war es dann soweit. Ich liess mir von dem Verlag (Rowohlt?) ein Rezensionsexemplar einer vielgelobten Neuübersetzung kommen. Ich war sehr gespannt. Aber dann habe ich das Buch nie gelesen, nur verliehen, andere lesen lassen: die fanden es toll.

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