Manafonistas

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2017 7 Apr

Gregor öffnet seinen Plattenschrank (134)

von: Gregor Mundt Filed under: Blog | TB | 1 Comment

Plattenausleihen, das ist schon eine schwierige Kiste, aber unter Freunden, na klar, kein Problem. Und wenn dann mal eine Scheibe verloren geht, dann muss man das eben aushalten. Anlässlich des Todes von Niels Henning Orsted Pederson am 19.April 2005 hatte ich sie ausgeliehen, diese wunderbare Duoplatte: Paul Bley & NHOP, allein schon die Titelliste dieser Ausnahmeplatte haut den Liebhaber dieser beiden Musiker aus den Puschen: „Meeting“,“Mating of Urgency“, „Carla“, „Olhos de Gato“, „Paradise Island“, „Upstairs“, „Later“, „Summer“, „Gesture Without Plot“. Im Juni und Juli 1973 wurde die Platte damals aufgenommen (hätte ich das geahnt, damals hatte ich gerade das Abitur hinter mir und von beiden Musikern noch nie gehört). Das herrliche „Olhos de Gato“ wurde von Carla Bley komponiert, „Gesture Without Plot“ von Annette Peacock, alle anderen Stücke schrieb Paul Bley.

 
 
 

 
 
 

Die Freude über den Fund war so groß, dass ich sofort Lust verspürte, einmal zu schauen, ob Paul Bley nochmals mit NHOP eine Platte eingespielt hatte. Meine Erinnerung täuschte mich nicht, diese Platte war die einzige Aufnahme dieser beiden. Allerdings gab es ein Nebenprodukt meiner Suche durch die Paul-Bley-Abteilung meines Plattenschrankes: die erstaunliche Feststellung, dass der Meister mit fast allen mir bekannten Bassisten dieser Welt zusammengespielt hat, Hier meine Liste der Bassspieler, die mit Paul Bley musiziert haben: Percy Heath, Peter Ind, Charles Mingus, Stu Woods, Dick Youngstein, David Holland, Jaco Pastorius, Jesper Lundgaard, Eddie Gomez, Kent Carter, Ron McClure, Bob Cranshaw, Marc Johnson, Jay Anderson, Barre Phillips, Furio Di Castri und natürlich Gary Peacock, Steve Swallow und Charlie Haden. Ja und, man glaubt es kaum, auch Annette Peacock spielte in einer Gruppe um Paul Bley den (electric) Bass und zwar auf Annette and Paul Bley – Dual Unity von 1971.

Was ich noch erzählen wollte, als der Freund die LP wieder gefunden hatte, mussten wir sie sogleich gemeinsam anhören, wenigstens eine Seite. Die Begeisterung war riesig, vor allem auf Seiten des Freundes, sodass ich mich entschloss, ihm besagte Platte gleich nochmal auszuleihen. In diesem Moment entdeckte ich in einer Ecke des Raumes eine mir unbekannte Platte, die ich allerdings zu gerne gehört hätte. Klar, ich bekam sie ausgeliehen, auch das eine wundervolle Platte und, wie es der Zufall will, auch diese Scheibe wurde 1973 aufgenommen, und auch auf dieser Platte spielen Wegbegleiter Paul Bleys eine wichtige Rolle. Die Rede ist von Don Cherry und seiner Relativity Suite mit dem Jazz Composer’s Orchestra (Carlos Ward, Charlie Haden, Ed Blackwell, Sharon Freeman, Paul Motian, Carla Bley, Dewey Redman und anderen).

 
 
 

 
 
 

This entry was posted on Freitag, 7. April 2017 and is filed under "Blog". You can follow any responses to this entry with RSS 2.0. Both comments and pings are currently closed.

1 Comment

  1. Uli Koch:

    Danke Gregor für den Tipp, mal wieder die Relativity Suite zu hören. Bis auf den etwas bizarren March of the Hobbits ein wunderbares Album. Don Cherry’s Musik aus dieser Phase verdanke ich es, den Zugang zum Jazz (ist das noch Jazz?) gefunden zu haben und in dieses Gefühl konnte ich gleich wieder eintauchen.


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