Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

2015 29 Jun

Vom Remixen und Übersetzen

von: Martina Weber Abgelegt unter: Blog | TB | 7 Kommentare

Manafonistas Head Quarter: Martina, du bist ja jetzt schon fast zwei Jahre hier bei uns, schön übrigens, dass du noch dabei bist. Du hast für deinen Beitrag zum ersten Kapitel unseres Buches, oder eher Buchprojektes, man weiß ja nie, alle deine Texte nochmal durchgelesen und gesichtet. Was war das für ein Gefühl? Euphorie? Der Wunsch nach der ESC-Taste? Endzeit- oder Aufbruchsstimmung?
 
Martina: Von allem etwas, am ehesten aber das Bedürfnis, Texte zu löschen, zu überarbeiten oder zu remixen. Oder noch besser: ganz neue Sachen zu schreiben. Heute habe ich zum Beispiel einen Text, den ich als Antwort auf einen anderen Text schrieb, mit anderem Material von mir remixt. Ich bin noch dabei, es ist also gerade nicht so günstig bei mir mit dem Gespräch, aber ich bin positiv erstaunt. Und zurzeit sehr aufgeschlossen für Remixe. Es entsteht etwas in den Zwischenräumen, wobei man schon beim Schreiben auf einen Gesamtzusammenhang achten sollte. Hängt aber wahrscheinlich vom Text ab.
 
MHQ: Vielleicht noch ein kleines Statement zur Zweisprachigkeit?
 
M: Die englische Sprache ist viel schöner und reichhaltiger als die deutsche. Der Wortschatz ist größer, die Rhythmik funktioniert anders. Auch der Humor. Man verändert sich auch, wenn man in einer anderen Sprache spricht, denkt oder schreibt. Ich habe zum Beispiel nur um es auszuprobieren meinen kleinen Text „Walking through the streets with a violin“ ins Deutsche übersetzt, nicht ganz wörtlich, aber einigermaßen und jedenfalls sinngemäß. Es ist so, wie ich es mir gedacht habe: Der Text funktioniert nicht auf Deutsch. Er wirkt wie eine Übersetzung.

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Montag, 29. Juni 2015 und wurde abgelegt unter "Blog". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Kommentare und Pings sind zur Zeit geschlossen.

7 Kommentare

  1. Uwe Meilchen:

    Interessanterweise ging mir mein „Poems vs. lyrics“ Blogeintrag, auf english geschrieben (weil ich Ian antworten wollte) in dieser Fremdsprache auch leichter von der Hand als wenn ich den Eintrag auf deutsch geschrieben haette …

  2. Michael Engelbrecht:

    Martina hat zurecht Sorge getragen, dass die grosse erste Abteilung von Joey sicher gestellt wird. Wenn es um Qualitätssteigerung und Remixen geht, kenne ich keine Verwandten, und nehme keine Gefangenen :)

  3. Martina Weber:

    @ Uwe: Ian versteht, glaube ich, alles, was wir hier auf deutsch schreiben. Er kommuniziert vielleicht lieber auf englisch, weil es zweifelsohne cooler ist :)

    @ Michael: Nun gehe ich bei meinem Remix in meinem neuen Text gerade einen anderen Weg. Ich lasse vieles weg und füge Neues aus anderen Teilen hinzu, ergänze, was mir einfällt. Wahrscheinlich bin ich selbst nochmal von meinem Text über Steve Erickson beeinflusst, vor allem von den Perspektivwechseln innerhalb eines Absatzes. Das mache ich auch gerade so. Es ist ziemlich konfus, hat aber ein Zentrum. Ich will den Text noch erweitern, noch mehr an Grenzen gehen, mal sehen, wie weit ich gehen kann, bevor das Konstrukt zerbricht. Wahrscheinlich ist es auch eine gute Übung für meine Rolle im zweiten Kapitel. Dein Weg mit dem ersten Kapitel dürfte methodisch ein anderer sein, auf gewisse Weise ist er dennoch vergleichbar :)

  4. Michael Engelbrecht:

    Sollte also das Buch tatsächlich fertig werden, habe ich einen Verlag in petto, zu dem ich persönlich fahren werde. Aber ich würde um keinen Preis diesen Verlag hier outen. Aber die Geschichte meines Verlagsbesuches würde ich hier posten. Ich habe hochgerechnet. Sollte das Projekt nicht kollabieren, hat jeder die fast endgültige Endfassung unterm Tannenbaum.

    Ich glaube, es macht Sinn, Martina mixt das zweite Kapitel, legt also die Grundlage und remixt das gesamte Kapitel – und ich bin gespannt, ob das Nontett dann noch ein Nontett ist :)

  5. Martina Weber:

    Klingt ziemlich gut, das alles.

    Ich hätte sonst angeboten, nach potentiellen Verlagen zu recherchieren …

  6. Michael Engelbrecht:

    Das tu ruhig. Ich bin ja kein Erfolgsgarant. Ich würde allerdings erst recherchieren, wenn das Ding so was wie ein echtes letztes Kapitel erleben sollte :)

  7. Martina Weber:

    Yep.


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