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2014 29 Jul

Martina sortiert ihren Plattenschrank (3)

von: Martina Weber Abgelegt unter: Blog | TB | Tags: , | 5 Kommentare

In den 70er Jahren kauften meine Eltern ihren ersten Kassettenrecorder und entdeckten die Möglichkeiten von Audioaufnahmen. Ich war nicht begeistert davon. Den einzigen Nachmittag, an dem mein Bruder und ich friedlich in meinem Zimmer Lego spielten, nahm meine Mutter auf. Ich weiß, dass ich es nicht richtig fand, und sicherlich habe ich protestiert und meine Mutter hat irgend etwas Beschwichtigendes gesagt, so dass ich die Aufnahme erlaubt habe. Aber das Gefühl, dass das Spiel dokumentiert wurde, veränderte es, machte es fad.

 
 
 

 

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Dienstag, 29. Juli 2014 und wurde abgelegt unter "Blog". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Kommentare und Pings sind zur Zeit geschlossen.

5 Kommentare

  1. Uwe Meilchen:

    Bei mir war es umgekehrt: ich habe immer meine Eltern und Verwandten aufgenommen und wir hatten viel Spass die Aufnahmen anschliessend anzuhoeren ! Ich denke, dieses Aufnehmen und Sammeln von Platten, CD’s und Buechern ist auch ein Festhalten der Zeit die viel zu schnell vergeht. Und je aelter ich werde desto mehr hoere ich ein leises Ticken der Uhr im Hintergrund.

    Auf Deutschlandradio Kultur gab es letztens am Sonntagabend ein ganzes Hoerspiel, dass sich mit dererlei Aufnahmen, die der Autor Hermann Bohlen auf Troedelmaerkten etc. gefunden hat.

    http://www.90-prozent-wasser.de/DISCO/WVINYL009.html

  2. Martina Weber:

    Hast du einige dieser alten Aufnahmen noch? Man hört sie heute anders an. Ich habe gestern auf einer Aufnahme die Stimmen meiner Eltern gehört, wie sie vor vierzig Jahren waren. Und festgestellt, dass sich die Art des Denkens und Sprechens und die Interaktion im Lauf der Jahrzehnte nicht mehr zu verändern schien.
    Ich jedenfalls möchte diese Zeit gar nicht festhalten, sondern finde es ganz gut, älter zu werden :)

  3. Uwe Meilchen:

    Nee, diese ganzen C60, C90 und C120 Cassetten sind irgendwann, als ich auch kein Tapedeck mehr hatte in den gelben Sack zur Entsorgung gelandet. Man konnte ja, wie Du dich vielleicht erinnerst, neue Alben auch als bespielte Cassetten kaufen; davon habe ich einiges an interessierte Freunde verschenkt und den Rest dann auch entsorgt.

    Deine Begeisterung aelter zu werden freut mich; sehr lobenswert !

  4. Henning Bolte:

    Warum entsorgen? Mein altes Graetzradio aus den Fünfzigern steht hier noch. Historische Zeit ist eben nicht linear oder chronologisch.
    Jede(r) von uns lebt bewusstseinsmässig in verschiedenen Zeiten gleichzeitig. Wer nicht?

  5. Anonymous:

    Stell dir mal vor,dein leben dauerüberwacht dauerverändert und dokumentiert-ein einziger langer fader faden.
    Aber wo gibts das schon,nur der unbeugsame schwerstverbrecher in isolationshaft kommt noch in den genuss.In psychatrien wurde die dauerüberwachung von patienten vor einigen jahren abgeschaft,wegen der menschenwürde und so.


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